Donnerstag, 4. Dezember 2008

Ich bin immer nur der Kummerkasten für alle

Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Mitmenschen mich nur als Mittel zum Zweck benutzen. Ich habe den Eindruck, dass ich mich wunderbar dazu eigne, um den Menschen mein Ohr zu leihen, ihnen stundenlang zuzuhören, wertvolle Ratschläge zu erteilen. Ich fühle mich wie eine Kummerkasten Tante. Ich glaube, dass meine Mitmenschen denken, dass ich keine eigenen Bedürfnisse habe. Das ist traurig, aber diesen Eindruck habe ich wirklich.

Mich fragt man selten, wie es mir geht. Und wenn man mich fragt, dann antworte ich so oder so mit “Mir gehts ganz gut, danke. Und dir” - Mit dem “Und dir?” geht es dann los… Ich werde von allen möglichen Problemen und jeder kleinen Krise in Kenntnis gesetzt. So, als ob ich ohne diese Kenntnis gar nicht klar kommen würde.

Da läuft doch irgendetwas falsch. Es kann doch nicht sein, dass die Menschen mich brauchen, aber dass niemand, wirklich niemand auch mal die Idee hat, dass ICH auch mal jemanden brauchen könnte, der mir zuhört, der für mich da ist?!

Vielleicht ist es aber auch mein Fehler. Vielleicht bin ich es, die ihre Gefühle und Gedanken nicht richtig zum Ausdruck bringt? Vielleicht können die Leute ja nicht darauf kommen, dass es mir nicht geht gut, wenn ich immer nur gute Miene zum bösen Spiel mache?

Aber wie kann ich das ändern? Ich habe nie gelernt, wie ich das, was ich wirklich empfinde, zum Ausdruck bringe!


Kategorie: Allgemein, Gefühle, Kummerkasten, Probleme im täglichen Leben
Autor: Anna
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